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3 Fragen, 3 Antworten: Telematik-Infrastruktur

Sicher ans elektronische Gesundheitsnetz

Interview mit Irmgard Düster, Leiterin der Abteilung Telematik der Kassenzahnärztlichen Bundes-vereinigung (KZBV)

1. Mit der eCard und der Telematikinfrastruktur (TI) im Gesundheitswesen sollen bis Ende 2018 alle Praxen an Deutschlands größtes elektronisches Gesundheitsnetz angeschlossen werden. Was sind nach Erfahrung der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung die häufigsten Fragen, die Zahnärztinnen und Zahnärzte diesbezüglich beschäftigen?

Irmgard Düster: Die meisten Fragen betreffen die technische Ausstattung für die Praxen und wie diese beschafft werden kann. Auch die damit verbundenen Abläufe sowie die Refinanzierung der Komponenten sind immer wieder Thema. Einige Praxen wollten von der der KZBV wissen, ob sie bestimmte Angebote wahrnehmen und wann genau sie Produkte bestellen sollen. Diese Entscheidung liegt bei der Praxis. Wir sprechen aus Wettbewerbsgründen keine Empfehlungen aus.

Unser Eindruck ist, dass die Praxen mittlerweile gut informiert sind. Die KZBV und auch die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen haben in der Vergangenheit viele Informationsmaterialien veröffentlicht. Die Angebote der KZBV reichen von Broschüren über FAQ-Listen bis hin zu einem allgemeinverständlichen Erklär-Video, das die KZV Sachsen in Zusammenarbeit mit uns erstellt hat und das – wenn man die Klickzahlen betrachtet – offenbar sehr gut ankommt. Nähere Infos dazu gibt es unter www.kzbv.de

2. Wie sieht die Umstellung konkret aus und wo finden Zahnarztpraxen bei Bedarf Unterstützung?

Irmgard Düster: Im Wesentlichen benötigen die Zahnarztpraxen einen so genannten Konnektor – eine Art sicherheitszertifizierter Router, der in Verbindung mit einem sicheren Zugangsdienst ("VPN-Zugangsdienst") die Verbindung der Praxis zur Telematikinfrastruktur herstellt. Darüber hinaus muss das Kartenterminal durch ein neues online-fähiges Gerät ersetzt werden. Für die Authentisierung der Praxis gegenüber der Telematikinfrastruktur ist zudem ein elektronischer Praxisausweis ("SMC-B") erforderlich. Die Beschaffung und Installation der Geräte erfolgt durch IT-Dienstleister vor Ort, so dass diese auch Ansprechpartner der Praxen zu diesem Thema sind.

Es ist gesetzlich geregelt, dass die Kosten, die den Praxen in Verbindung mit der Telematikinfrastruktur und den neuen Anwendungen entstehen, von den Krankenkassen erstattet werden müssen. Die KZBV hat hierzu mit dem GKV-Spitzenverband eine Vereinbarung geschlossen, in der für die Praxen die Höhe der Aufwandserstattungen und der Ablauf der Refinanzierung geregelt sind.

3. Wie bereite ich mich, mein Team und meine Patient(inn)en optimal auf die Umstellung vor?

Irmgard Düster: Zu konkreten Fragen rund um die Umstellung geben die KZVen vor Ort Auskunft und informieren regelmäßig in ihren Rundschreiben oder auf ihren Websites. Über sie wird auch der elektronische Praxisausweis bestellt. Eine Liste der KZV-Ansprechpartner ist auf der Website der KZBV veröffentlicht. Zahlreiche, leicht verständliche Informationsmaterialien hat auch „gematik“ veröffentlicht, die Firma, die von den Organisationen der Selbstverwaltung mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte, dem Aufbau der Telematikinfrastruktur und der Konzeption der weiteren Anwendungen beauftragt worden ist. Auf der Website finden sich etwa konkrete Checklisten für die Praxen, die Aufschluss darüber geben, was genau im Vorfeld der Umstellung zu tun ist und wann die einzelnen Schritte anstehen (www.gematik.de).

 

Kontakt:

Irmgard Düster, Leiterin der Abteilung Telematik
Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung
Körperschaft des öffentlichen Rechts
Berliner Vertretung
Behrenstr. 42
10117 Berlin