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Dr. Sonja Beer

3 Fragen, 3 Antworten

Projektstrukturplan

 

Dr. Sonja Beer ist Kommunikationsexpertin und Lehrbeauftragte für Führung und Selbstmanagement an der Fachhochschule Lübeck.

1. ladies dental talk: Was ist ein Projektstrukturplan und wofür kann ich diesen als Zahnärztin nutzen?

Sonja Beer: Ein Projektstrukturplan bricht ein großes Ziel in Teilaufgaben und diese in noch kleinere Arbeitspakete herunter. Die einzelnen Arbeitspakete und Aufgaben werden gemeinsam erarbeitet und auch den Team-Mitgliedern zugeordnet. Sie sind dann dafür zuständig, die beschriebenen Aufgaben eigenverantwortlich zu erledigen. Mit Hilfe eines Zeitplans wird auf einen Blick ersichtlich, was von wem bis wann gemacht und an wen kommuniziert wird, damit das Projekt zum Erfolg gelangt. Ein Projektstrukturplan kann dabei helfen, Abläufe übersichtlich zu machen, Termine und Kosten zu planen und letztendlich die Kommunikation im Team zu verbessern. Das kann für einzelne Aktionen, wie etwa einen Tag der offenen Tür oder eine Fortbildung in den eignen Räumen, genauso wichtig sein wie für wiederkehrende Abläufe im Praxisalltag.

2. ladies dental talk: Was ist besonders wichtig, damit ein Projekt gelingt – gleich wie groß oder klein?

Sonja Beer: Wichtig ist, von Anfang an das Team mit einzubeziehen. Weg vom Diktieren hin zum gemeinsamen Erarbeiten und zum kooperativen Verteilen von Aufgaben. Nur so identifizieren sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Ziel und fühlen sich auch für ihren Teil verantwortlich. Die übersichtliche Darstellung der einzelnen Schritte und Zugehörigkeiten sorgt für Transparenz und Klarheit. Jede Person weiß, was sie zu tun hat und welche Rolle ihre Arbeit im Gesamtgefüge spielt. Das stärkt das „Wir-Gefühl“.

3. ladies dental talk: Gibt es  auch Situationen, in denen ein Projektstrukturplan keinen Sinn macht?

Sonja Beer: Die Arbeit mit einem Projektstrukturplan beruht auf Freiwilligkeit und dem Engagement jeder und jedes Einzelnen. Und die Identifizierung mit dem Ziel muss von allen Beteiligten gegeben sein. Wenn dies nicht der Fall ist, kann ein Projekt auch nicht gelingen. Dann lohnt es sich, als Chefin, einen Schritt zurückzutreten und zu fragen, was trennt mich und mein Team? Ist das Ziel, das ich verfolgen möchte, für mich wirklich bedeutungsvoll und sinnerfüllend? Und wenn ja, wie gelingt es mir, es so zu kommunizieren, dass ich alle mit auf die Reise nehmen kann? Wer sich mit diesen Fragen überfordert fühlt, kann sich Unterstützung von Menschen holen, denen man vertraut, oder auch professionellen Rat suchen.  

 

Kontakt:

Dr. Sonja Beer
Selbstständige Kommunikationsexpertin

Sassenburger Weg 18c
22147 Hamburg
Tel.: 0174 - 4 16 52 01