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3 Fragen, 3 Antworten

Praxisfinanzierung und Praxiswert

 

Interview mit Petra Knödler, Leiterin des Marktgebiets Mitte bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank. Die apoBank ist ausgewählter Strategie-Partner des ladiesdentaltalk .

1. ladies dental talk: Zum Tagesgeschäft der Deutschen Apotheker- und Ärztebank gehört es, Zahnmedizinerinnen bei der Praxisgründung und -übergabe individuell zu begleiten. Wonach bemisst sich denn der „Wert“ einer Praxis, was ja gleichermaßen für den Kauf wie für den Verkauf interessant ist?

Petra Knödler: Bei der Praxisfinanzierung und der Bestimmung des Wertes einer Praxis spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Dazu zählen objektiv messbare Größen wie beispielsweise Personalkosten (Team und Behandlerin), Mietkosten, Versicherungen, Behandlungseinheiten und Material, Computer mit entsprechender Software, sonst. technische Ausstattung wie Röntgengeräte oder Scanner usw. Was den Wert betrifft, da gibt es zusätzlich zu dem materiellen erfassbaren weitere Faktoren, die sich schlecht in Zahlen festhalten lassen. Wo liegt die Praxis (ländlich, in der Stadt)? Wie viele Zahnarztpraxen sind in der Region? Wie sieht etwa die Patientenzahl und/oder –struktur aus? All dies beeinflusst den Wert einer Praxis. Bei der Finanzierung oder dem Verkauf einer Zahnarztpraxis betrachten wir das Gesamtpaket und beraten ganz individuell, Käufer/Praxisgründer ebenso wie Verkäufer.

2. ladies dental talk: Raten Sie eher zu einer Neugründung oder zu einer Praxis-Übernahme?

Petra Knödler: Das lässt sich nicht pauschal sagen. Allemal schauen wir uns gemeinsam mit den Interessent(inn)en genau an, wie die Bedingungen sind. Neu zu gründen kann Sinn machen, wenn die Patienten-Kapazität in der Region dies zulässt. Wenn es passende Räumlichkeiten gibt und die Gründerinnen bereits genaue Vorstellungen haben von dem, wie die Praxis aussehen, ausgestattet sein soll, welches Konzept sie umsetzen möchten und welche Ansprüche sie ans Team stellen. Bei einer Praxisübernahme empfiehlt es sich, vorher genau hinzuschauen und zum Beispiel auch Einblicke in die Einnahmen der vergangenen zwei Jahre zu nehmen. Bei einer Übernahme lernt man oft, sich dann mit dem anzufreunden, was man vorfindet und es mit den eigenen Vorstellungen in Einklang zu bringen. Je näher die Vorgänger am eigenen Konzept sind, umso einfacher.

3. ladies dental talk: Was sollte man bei einer Praxis-Übernahme und –Abgabe sonst noch berücksichtigen?

Petra Knödler: Wir empfehlen, mit der Nachfolgerpraxis eine Übergangsphase zu vereinbaren, so dass sich die neue Zahnärztin ans Team, die Arbeitsweise und die Patienten gewöhnen kann. Die Vorgänger profitieren gleichermaßen vom Know-how der Kollegin, das möglicherweise neue Entwicklungen, Methoden oder Materialien einbezieht. Grundsätzlich raten wir erfahrenen Behandlern dazu, ihre Praxis immer mal mit frischem Blick zu betrachten und zu schauen, ob Räume, Ausstattung und Arbeitsweise noch die Ansprüche einer modernen Zahnmedizin erfüllen. Bei Bedarf können sie auch Fachexperten für Praxisbewertungen zu Rate ziehen. In der Regel bleibt der Wert einer Praxis so über Jahre stabil und man kann mit gutem Gefühl in den Ruhestand gehen.

 

Kontakt:

Petra Knödler
Leiterin des Marktgebiets Mitte
Deutsche Apotheker- und Ärztebank
Niederlassung Frankfurt

Mainzer Landstraße 275
60326 Frankfurt
Tel.: 069 795092 900