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Reisen mit ihrer Familie ist eine große Leidenschaft von Dr. Claudia Bonn-Spitzhüttl. (Privatfotos)

in vivo: Dr. Claudia Bonn-Spitzhüttl

Dr. Claudia Bonn-Spitzhüttl hat 2000 in Marburg Examen gemacht und ist seit 2002 in Münchhausen niedergelassen in einer Praxisgemeinschaft mit ihrem Vater. Ihre Behandlungsschwerpunkte sind neben der Kinderzahnheilkunde vor allem die ästhetische Zahnheilkunde, Endodontie sowie Implantologie. Als stellvertretende Kreisstellenvorsitzende im Landkreis Marburg-Biedenkopf engagiert sich die zweifache Mutter auch standespolitisch. Ihre große Leidenschaft ist das Reisen.

Warum ich Zahnärztin geworden bin:

Für mich gab es zwei Berufswünsche: Pilotin, weil ich gerne reise, oder Zahnärztin, weil ich mit diesem Beruf durch die Praxis meines Vaters von Kindesbein an verbunden war. Ich habe mich für die Zahnmedizin entschieden. Und bin froh, weil sie sich besser mit Familie vereinbaren lässt als Pilotin. 

Was ich an meinem Beruf besonders mag:

Ich liebe die Abwechslung, den Kontakt mit Menschen und die Arbeit mit den Händen. Jeder Patient ist anders. Mich menschlich auf unterschiedliche Typen einzustellen und zahnmedizinisch vielseitige Situationen zu meistern und zur Gesundheit und dem Wohl meiner Patienten beizutragen, ist sehr befriedigend. Und es wird nie langweilig. Vor drei Jahren habe ich zum Beispiel mein Leistungsspektrum um die Implantologie erweitert.

Was meine größte berufliche Herausforderung war/ist:

Ich finde es nach wie vor spannend, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen - und dabei selbst nicht auf der Strecke zu bleiben. Durch den Rückhalt meiner Familie gelingt mir dies ganz gut. Wir fühlen uns alle wohl und ich finde auch neben Praxis und Familie die für mich wichtige Zeit, mich fortzubilden. So bin ich über neue Materialien, Geräte oder  Behandlungsformen im Bilde und kann abwägen, welche Neuerungen für unsere Praxis interessant sind.

Das würde ich wieder genau so machen:

Ich würde wieder Zahnärztin werden und auch nahe von zu Hause studieren. Das Studium verlangt einem viel ab. Für mich war es gut, mich zwischendurch mit meinem Vater zu beraten oder im familiären Umfeld Kraft zu tanken.

Davon kann ich nur abraten:

Sich zu schnell von Innovationen mitreißen zu lassen. Gerade bei großen Investitionen macht es Sinn,  sich genau zu informieren, auch mit erfahrenen Kollegen/Kolleginnen auszutauschen, das Für und Wider abzuwägen, auszuprobieren und Dinge mit Bedacht auszuwählen. Manche Produkte müssen erst ihre Kinderkrankheiten auskurieren. Und andere verschwinden sogar nach einiger Zeit wieder ganz vom Markt.

Folgende Entwicklung in der Zahnmedizin der vergangenen Jahre begrüße ich:

Ich bin begeistert von der Weiterentwicklung der ästhetischen Zahnmedizin. Mit Veneers kann ich zum Beispiel die Zähne sofort sichtbar verschönern. Auch die modernen Wurzelkanalinstrumente sind ein Segen, um Patienten schneller von ihren Schmerzen zu befreien. Und im Bereich der Parodontologie haben die Testverfahren zur Keimbestimmung die Arbeit sehr vereinfacht und die Ergebnisse verbessert. Antibiotika können bei Bedarf jetzt gezielter eingesetzt werden.

Wenn ich beruflich eine Sache verändern könnte, wäre dies:

Ich würde mir ein stärkeres Miteinander aller an der Zahngesundheit Beteiligten wünschen. Krankenkassen würden dann im Sinne des Patienten auch moderne Therapieformen finanzieren. Die Medien würden auch darüber berichten, was Zahnärztinnen und Zahnärzte gut machen. Und zahnmedizinische Universitäten würden nicht nur auf den NC schauen, sondern auch den menschlichen Aspekt in die Waagschale werfen. Denn Zahnmedizin braucht den Austausch zwischen Tradition und Moderne, Jung und Alt, Männern und Frauen und Menschen unterschiedlicher Kulturen, um sich weiterzuentwickeln.

Netzwerke sind für mich wichtig, weil …

Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen ist immer eine Bereicherung, gleich ob man über fachliche oder private Themen spricht. So fühlen wir uns verbunden und stärken uns gegenseitig.

Mein Lebensmotto:

Gib jeden Tag dein Bestes, damit du abends glücklich und mit gutem Gefühl ins Bett gehen kannst.

Mein Tipp für junge Kolleginnen:

Lasst euch nicht unterkriegen, nehmt euch den Rat erfahrener Kollegen und Kolleginnen zu Herzen und steht zu euch selbst und zu euren Entscheidungen.