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in vivo: Dipl.-Stom. Heidrun Weinrich

Nach ihrem Studium in Jena arbeitete Dipl.-Stom. Heidrun Weinrich seit 1981 als Zahnärztin und führt seit 1991 ihre eigene Praxis. Ursprünglich auf Kinderzahnheilkunde ausgerichtet, hat sie nach zahlreichen Fortbildungen heute die Schwerpunkte Implantologie und ästhetische Zahnheilkunde. Seit 2003 hat sie ihre zweite Praxis in Delmenhorst. Sie ist Mitglied in einem Netzwerk für selbstständige Frauen in Oldenburg (FiNO) und bei dn (Dental Network) einem Netzwerk von Zahnärzten für Zahnärzte, für die Praxis aus der Praxis in Norddeutschland. Neben dem Beruf gilt ihre große Leidenschaft dem Wandern. Das Foto zeigt sie auf Mallorca.

Warum ich Zahnärztin geworden bin:

Schon als Kind habe ich sehr gern gebastelt und durch meinen Vater, Arzt auf dem Lande, war ich medizinisch interessiert. Mein Traumberuf war zunächst Journalistin. Das war 1976 in der DDR sehr schwierig und nach einer Absage habe ich mich für die Zahnmedizin entschieden.

Was ich an meinem Beruf besonders mag:

Die Vielfältigkeit in diesem Beruf und die handwerklichen Herausforderungen faszinieren mich nach 35 Jahren noch immer. Ich habe fast zehn Jahren lang vorwiegend als Kinderzahnärztin in der DDR gearbeitet und genieße es heute jeden Tag, Menschen wieder zu schönen Zähnen und Zahn-Gesundheit zu verhelfen. Meine "Lieblings-Fachgebiete“  sind Chirurgie und Prothetik. Die Möglichkeit, zahnlosen Menschen wieder zu "festen Zähnen" zu verhelfen, ist schön! Nach der Wiedervereinigung war es mir möglich, Fortbildungen in Italien, Spanien, Mallorca, USA und Argentinien zu erleben. Tolle Kolleginnen und Kollegen habe ich dabei kennen gelernt – ein weiteres Plus an meinem Beruf.

Was meine größte berufliche Herausforderung war/ist:

Der Weg in die Selbstständigkeit 1991 nach zehn Jahren als angestellte Fachzahnärztin für Kinderzahnheilkunde war meine größte Herausforderung nach Staatsexamen und Fachzahnarztprüfung. Viele Arbeiten z.B. Zahnersatz, hatte ich so gut wie nie angefertigt. Also habe ich Fortbildungen in fast allen Fachgebieten an den Wochenenden durchgeführt, nebenbei die BEMA gelernt. Von 2008 bis 2010 habe ich das Curriculum Implantologie an der Universität in Göttingen gemacht und eine Prüfung abgelegt. Heute ist das Führen einer Praxis mit zehn Angestellten Mitarbeiterinnen eine tägliche positive Herausforderung. Hier hat mich eine NLP -Ausbildung weiter gebracht.

Das würde ich wieder genau so machen:

In die Selbstständigkeit gehen. 1999 habe ich die Praxis in Thüringen  verkauft, wollte nicht mehr alleine arbeiten.  Zunächst habe ich mich in verschiedenen Praxen in Niedersachsen umgesehen, bevor ich 2003 eine Alterspraxis in Norddeutschland kaufte und wieder von Neuem begann. Seit einigen Jahren interessiert mich immer stärker die Kommunikation.

Davon kann ich nur abraten:

Ohne Kontakte zu Kolleginnen/Kollegen zu arbeiten ist sehr schwierig. Auch alleine in einer Praxis zu arbeiten, ohne Partner/in ist anstrengend und stressig.

Folgende Entwicklung in der Zahnmedizin der vergangenen Jahre begrüße ich:

Die stärkere Hinwendung zur Prophylaxe im Erwachsenenalter finde ich sehr gut. Als ehemalige Kinderzahnärztin liegt mir die Prophylaxe schon immer sehr am Herzen.

Wenn ich beruflich eine Sache verändern könnte, wäre dies:

Betriebswirtschaft und Abrechnungskurse sind meiner Meinung nach wichtige Voraussetzungen, sich selbstständig zu machen. Dies würde ich im Studium schon integrieren.

Netzwerke sind für mich wichtig, weil …

....ich hier Kontakte pflegen kann, mich persönlich weiter entwickele und auch Freundschaften entstehen. Ich erhalte Informationen und gebe selbst meine Erfahrungen und mein Wissen gern weiter. Durch kollegialen Austausch profitieren wir alle, auch unsere Patienten.

Mein Lebensmotto:

Heute ist mein bester Tag- carpe diem !

Mein Tipp für junge Kolleginnen:

Finde heraus, welches deine Stärken sind und die deiner Mitarbeiter. Setze sie so ein, dass alle Spaß an ihrer Arbeit haben, dann macht die Arbeit Freude und Stress wird minimiert. Netzwerken ist eine fantastische Möglichkeit, zu sehen, wo stehe ich selbst. Und wichtig ist: denk an dich, wenn es dir gut geht, geht es auch deinem Umfeld gut. Wir haben so einen schönen Beruf!