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in vivo: Andrea Wahl

Die Wiesbadener Zahnärztin Andrea Wahl ist seit 2000 Zahnärztin in Wiesbaden mit den Haupt-Themengebieten ästhetische Zahnheilkunde, Prophylaxe und Parodontologie. Privat ist die Naturliebhaberin passionierte Jägerin und Falknerin. Seit über 30 Jahren ist sie in der Jagdausbildung für das Fachgebiet Federwild zuständig.

Warum ich Zahnärztin geworden bin:

Der Austausch mit Menschen war mir schon immer wichtig. Und das Bedürfnis, ihnen Gutes zu tun. An der Zahnmedizin reizte mich außerdem, Medizin und Handwerk unter einen Hut zu bringen. Das kann man in diesem Beruf so gut wie in keinem anderen.

Was ich an meinem Beruf besonders mag:

Ich freue mich, wenn Patienten die Praxis glücklich und zufrieden verlassen. Dann weiß ich, ich habe dazu beigetragen, ihre Lebensqualität ein Stück zu verbessern.

Was meine größte berufliche Herausforderung war/ist:

Jeder Patient ist  eine berufliche Herausforderung, der ich mit Freude und Ehrgeiz begegne. Es geht darum, dass sich Patienten wohl und gut aufgehoben fühlen, dass sie maßgeschneiderte Versorgungen bekommen, die sowohl ästhetisch anspruchsvoll als auch finanzierbar sind. Um passende Entscheidungen zu erleichtern und damit auch das Drumherum stimmt, lege ich besonderen Wert auf die zahnmedizinische Aufklärung, eine entspannte Atmosphäre, ein freundliches kompetentes Team und einen organisierten Behandlungsablauf. Damit all dies optimal in einander greift, beobachte und bewerte ich die einzelnen Bereiche regelmäßig und bessere zeitnah nach, wenn Störfaktoren auftreten.

Das würde ich wieder genau so machen:

Meine Kinder während des Studiums der Zahnmedizin und meiner Assistentenzeit zu entbinden. Das waren zwar stramme Zeiten, aber mit guter Organisation und einer klaren Vorstellung, wohin der Weg gehen wird,  habe ich es gut gemeistert. Heute, da meine Kinder erwachsen sind, kann ich mich voll und ganz auf die Praxis und meiner Leidenschaft, der Jägerei und Falknerei, konzentrieren (siehe Foto mit einem Steppenadler auf der Faust).

Davon kann ich nur abraten:

Erst nach dem Studium zu promovieren. Das bedeutet einen sehr viel größeren Kraftakt als wenn man seinen Doktor während des Studiums macht.

Folgende Entwicklung in der Zahnmedizin der vergangenen Jahre begrüße ich:

Adhäsivtechnik, Airflow und Implantologie. Mit allen Verfahren lassen sich wunderbar ästhetische Ergebnisse erzielen und sie erleichtern die Arbeit am Patienten.

Wenn ich beruflich eine Sache verändern könnte, wäre dies:

Das QM voll und ganz in die Hände der Zahnärztekammer legen. Damit hätte eine gewisse Beliebigkeit ein Ende und es wäre gewährleistet, dass Zahnarztpraxen einheitliche Standards erfüllen und stets an ihrer Qualität arbeiten.

Außerdem würde ich eine Umbenennung der Zeitschrift „Der Hessische Zahnarzt“ begrüßen etwa in „Zahnmedizin in Hessen“. Schließlich steigt die Zahl der Zahnärztinnen kontinuierlich. Und die möchten sich im Titel auch wiederfinden.

Netzwerke sind für mich wichtig, weil …

… jeder über Netzwerken Menschen mit neuen Ideen und Anregungen kennenlernt. Weil Gedankenaustausch und auch Unterstützung in vielen übergreifenden Bereichen stattfindet. Ich selbst bin unter anderem im Vorstand der Kreisstelle Wiesbaden der Landeszahnärztekammer Hessen aktiv sowie im Experten-Team  des ladies dental talk und schätze den Austausch in diesen Netzwerken sehr.

Mein Lebensmotto:

Wenn du den anderen etwas Gutes tun möchtest, sorge dafür, dass du in deiner Kraft bleibst.

Mein Tipp für junge Kolleginnen:

Assistiert so viel wie möglich in der Chirurgie und Prothetik, habt Mut zur Selbstständigkeit und schließt in einer Praxisgemeinschaft ganz klare Verträge ab. Und ganz wichtig für eure eigene Gesundheit und das Wohlgefühl eurer Patienten, investiert in ergonomisch geformte und gute Stühle und Behandlungseinheiten. Ihr verbringt die meiste Zeit des Tages am Stuhl. Da ist es wichtig, dass ihr gut sitzt und bequem arbeiten könnt.