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Silke Lange (Mitte) bei einem Netzwerkabend in Oldenburg

in vivo: Silke Lange

Silke Lange studierte Zahnmedizin in Göttingen und machte dort 1986 ihr Examen. Seit 26 Jahren führt sie ihre eigene Praxis, zunächst in Oldenburg, seit 2005 in Bad Zwischenahn. Ihre standespolitischen Aktivitäten begann die Zahnärztin schon während des Studiums und engagiert sich unter anderem bei den Zahnärzten für Niedersachsen (ZfN).

Warum ich Zahnärztin geworden bin:

Ich liebe es, selbstbestimmt und im Team zu arbeiten. Bei meiner Arbeit  treffe ich auf Menschen aller Altersstufen. Sich immer wieder neu auf seine Gegenüber einzustellen, macht meinen Beruf spannend. Außerdem gefällt mir die Mischung aus intellektueller, handwerklicher Tätigkeit und Psychologie.

Was ich an meinem Beruf besonders mag:

Ob Prophylaxe, Parodontologie, Prothetik, auch mit Implantaten, ästhetische, konservierende Zahnmedizin oder Kiefergelenkserkrankungen: Mein Therapiespektrum ist breit gefächert. Das macht den Praxisalltag sehr abwechslungsreich. Menschen über einen langen Zeitraum zu beraten und zu begleiten macht mir ebenso Freude wie das gute Gefühl, ihnen Schmerzen zu nehmen und zu ihrem Wohlbefinden beizutragen.

Was meine größte berufliche Herausforderung war/ist:

Sich in einem von älteren Kollegen geprägten und besetzten Umfeld standespolitisch zu bewegen, ist bisweilen nicht leicht. Da würde ich mir manchmal etwas mehr frischen Wind und weiblichen Pragmatismus wünschen und dass Dinge schneller voran gehen.

Das würde ich wieder genau so machen:

Ich würde mich wieder relativ schnell selbständig machen. Schon wenige Jahre nach dem Examen eine eigene Praxis zu gründen, war für mich die richtige Entscheidung. Abgesehen davon gab es auch nicht so viele Möglichkeiten zur Kooperation wie heute.

Davon kann ich nur abraten:

Hohe Investitionskosten können einen ganz schön unter Druck setzen und für lange Zeit von Banken abhängig machen. Da sollten sich junge Kolleginnen gut beraten lassen und wohl überlegte Entscheidungen fällen, bei denen sie sich gut fühlen.

Folgende Entwicklung in der Zahnmedizin der vergangenen Jahre begrüße ich:

Dass immer mehr Frauen sich für die Zahnmedizin entscheiden, begrüße ich. Dadurch entstehen neue Arbeitsformen und Kooperationsmöglichkeiten.

Wenn ich beruflich eine Sache verändern könnte, wäre dies:

Ich würde die restriktiven gesundheitspolitischen Zwänge abschaffen. Sie bringen sowohl Patienten als auch Behandlern erhebliche Einschränkungen und bergen Gefahren (z. B. Antikorruptionsgesetz!).

Netzwerke sind für mich wichtig, weil …

Ohne kollegialen Austausch geht es nicht! Gerade in einer Einzelpraxis ist man ohne Netzwerke schnell isoliert. Im fachlichen Dialog lassen sich jüngste politische Entwicklungen ebenso wie Fallbeispiele fachlich diskutieren. So können wir voneinander und miteinander lernen und uns weiterentwickeln.

Mein Lebensmotto:

Every day is a new day!

Mein Tipp für junge Kolleginnen:

Tut euch zusammen und nutzt die Vorteile des gemeinschaftlichen Arbeitens in eigener Praxis. Engagiert euch berufspolitisch für bessere Rahmenbedingungen. Diese bestimmen unseren Praxisalltag.